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Aus „Hermann-Löns-Blätter“ Heft 3/2003

 

Hermann Löns

Mitteilungen des Verbandes der Hermann-Löns-Kreise in Deutschland und Österreich e. V.

Geschäftsstelle: Hermann-Löns-Straße 8,

29664 Walsrode, Tel. 05161/977 197

 

 

Allgemeiner Teil

 

Löns-Woche 2003

Hartwig Fischer hielt Festvortrag: „Hermann Löns

in der heutigen Zeit - Modernität und Nachhaltigkeit“

Zunächst regnete es noch etwas. Als 1. Vorsitzende Monika Seidel an das Mikrophon trat, um die vielen Gäste zur Feierstunde am Löns-Grab zu begrüßen, lachte die Sonne wieder am Himmel. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Gemischten Chor „Eintracht Hodenhagen“ unter Leitung von Dieter Schwarze (siehe Foto) und dem Jagdhornbläsercorps der Jägerschaft Fallingbostel unter Leitung von Dietlind Fuhrhop-Meyer.

 

Der Festredner Hartwig Fischer ist Mitglied des Deutschen Bundestages und wies zunächst darauf hin, daß er gerade von einem Geburtstagsempfang gekommen war, auf dem er auch den früheren Niedersächsischen Ministerpräsidenten Dr. Ernst Albrecht und den amtierenden Niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff getroffen habe. Auf dem Tagesprogramm haben Albrecht und Wulff einen Text geschrieben, der auf der folgenden Seite veröffentlicht ist:

„Herzliche Grüße von einem großen Freund von H. Löns, Ernst Albrecht. Herzliche Grüße, C. Wulff, 31.08.03“

 

Hartwig Fischer ist nicht nur ein guter Redner, sondern er hat sich durch seinen Vortrag als großer Löns-Kenner erwiesen. Sein Vater hat ihn an die Werke von Hermann Löns herangeführt. Das Löns’sche Werk untersuchte er unter dem Gesichtspunkt der Modernität und Nachhaltigkeit. Die Rede war spannend und substanziell.

 

Er charakterisiert Löns als einen sehr widersprüchlichen Menschen, der oft beschrieben worden ist und viele Facetten und eine außerordentliche Entwicklung aufwies. In ihm sieht er den Spötter, den Wissenschaftler, den Nachdenklichen, den Provozierenden, den Vergangenheitsliebenden und den vorausschauenden Kämpfer für die Erhaltung der Natur, also der Tier- und Pflanzenwelt. Dabei läßt Löns aber auch den in der Natur lebenden Menschen nicht außer acht. Von „Nachhaltigkeit“ sprach Fischer immer dann, wenn die Belange der Ökologie sowie der Ökonomie und die soziale Komponente gleichwertig berücksichtigt werden. Die Menschheit wacht aber zumeist erst dann auf, wenn auf einem bestimmten Gebiet negative Folgen eingetreten sind. Um vorbeugende Maßnahmen einzuleiten, bedarf es einer scharfen Beobachtungsgabe, die er Löns zuschreibt. Dabei hatte Löns nicht nur die Jagd im Blick, sondern immer das Ganze. Übertragen auf das, was wir heute „Nachhaltigkeit“ nennen, sagte er, daß Löns dieses „schon vor ca. 100 Jahren in bezug auf die Natur erkannt und vehement“ gefordert hatte. Er wies besonders auf seine 1910 in Bremen gehaltene Rede mit dem provokanten Titel: „Der Naturschutz oder die Naturschutzphrase“ hin. Löns forderte, ganz Journalist, ultimativ zum Handeln auf: „ ... wenn der Naturschutz sich aus der ‚Phrase‘ zur wirksamen Tat entwickeln soll, muß er anders vorgehen, muß er es dahin bringen, daß er eine gefürchtete Macht wird ...“ Dieses war auch durchaus mit persönlichen Angriffen verbunden. Fischer zitierte die Autoren Anger und Klein und stimmte mit ihnen überein wenn sie sagen: „Löns ist durch sein ständiges Eintreten für den Heimat- und Naturschutz ein Wegbereiter für den Umweltschutz geworden ...“ Heute ist der Naturschutz gesetzlich verankert und muß, wenn nötig, weiter modifiziert werden.

 

Den dauernden Wandel hat Löns ebenfalls kritisiert. Er zeigte Bedenken gegen die fortschreitende Technisierung der Landwirtschaft und die Folgen der Besiedlung der Heide und des Moores in seinem Buch „Haidbilder“ auf. Dabei verkannte er aber nicht, daß neben dem Schutz der Umwelt und der Natur auch der sozialökonomische Aspekt zu beachten ist. Die ökonomische Entwicklung des Landes ist von gleichwertiger Bedeutung. Löns sagte: „ ... unklug wäre es, darüber zu jammern, daß die Heide ihr heutiges malerisches Aussehen aufgeben muß. Einmal ist das Bild, das die Heide bis vor kurzem bot, nicht das ursprüngliche, sondern dieses Land war, wie viele Moorfunde beweisen, in der Hauptsache eines von Wiesen, Weiden und Äckern durchsetzter Eichenhain. ... Außerdem ist es sehr die Frage, was in der Tat schöner ist: Eine Einöde, die auf einer Geviertmeile keine 10 Menschen ernährt oder die fruchtbar gemachte Scholle, die Hunterten Nahrung bietet ...“

 

Die von Löns vielfach aufgegriffenen Themen „Kultivierung“ und „Besiedlung“ sind auch heute aktuell. Einfach deshalb, weil z. B. die Ausweisung von Bauland oder der Bau von Großprojekten immer ein Stück intakter Natur oder auch archäologische Denkmale verschlingt. Fischer wies darauf hin, daß jeder entsprechende Beispiele aus seinem Leben kennt und zitierte in diesem Zusammenhang das Löns’sche Gedicht „Verkoppelung“. Das Problem der „ausgeräumten Feldflur“ stellt sich uns auch heute, wenn wir z. B. die großen Ackerschläge, die zu einem nicht unerheblichen Teil auch in den neuen Bundesländern bearbeitet werden, sehen. Selten gibt es einen Baum und nur wenige Sträucher stehen in der Feldmark, die für die Bearbeitung mit landwirtschaftlichen Großmaschinen ein Hindernis wären. Die Dezimierung der Tierwelt ist die Folge und manifestiert sich in der fast jährlichen Erweiterung der roten Liste der aussterbenden Tierarten.

 

In seinem Buch „Haidbilder“ prangerte Löns auch den damals aufkommenden Tourismus an, er schrieb: „ ... die Haide kam in Mode, es regnete Menschen, es hagelte Volk ...“ Er wies schon damals auf die Auswüchse, die den Tourismus begleiten, hin.

 

Die Entnahme von Pflanzen oder Pflanzenteilen aus der Natur und der ganzjährige Schutz ist heute, im Sinne der Nachhaltigkeit, strikt geregelt und im Naturschutzgesetz verankert, so Fischer. Das wahllose Blumenpflücken ist nur eine Begleiterscheinung des Tourismus, die Löns anprangerte, die „Hinterlassenschaften“ sind eine andere: „ ... und hinterher hatten drei Waldarbeiter drei Tage zu tun, um das Stullenpapier, die Eierschalen, die Flaschenscherben und sonstige Zeichen der echten, wahren und tiefen Heimatliebe zu beseitigen ...“ Fischer resümierte, daß Löns schon damals zur Verringerung der Umweltbelastungen und zur Ressourcenschonung einen, was wir heute „sanften Tourismus“ nennen, gefordert hat. Es sei deshalb wichtig, daß ein Wanderwegenetz ausgewiesen wird, bei dem weite Flächen so geschützt sind, daß sie sich natürlich entwickeln können, daß aber gleichzeitig auch den Interessen der Bustouristen Rechnung trägt, die die Heide besuchen und kennenlernen möchten. Oder wenn man einen Blick südlich in die Alpen richtet, wies Fischer auf den dortigen Skitourismus hin und die damit verbundenen Erosions- und Lawinengefahren durch abgeholzte Wälder, die Skipisten Raum machen mußten. Das Thema „Touristen" hat seit Löns an seiner Modernität und Aktualität nicht verloren und verlangt noch immer nach Lösungen.

 

Löns verlangte, daß die Menschen rücksichtsvoll, wach und sehenden Auges durch die Heide gehen und dort nicht wie die Vandalen hausen sollten. Um dies zu erreichen, bedarf es der Aufklärung und Schulung der Menschen. Heute haben wir, auch über die Vielfalt der Medien, mehr Wissen, mehr Aufklärung über ökologische Zusammenhänge. Nachhaltiger, aktiver Naturschutz beginnt heute vielfach im Kindes- und Jugendalter. Naturschutzprojekte werden in Kindergärten und Schulen initiiert. Gerade diese aktive Beteiligung am Naturschutz, ganz im Sinne von Hermann Löns, ist es, die Fischer für kommende Generationen hoffen läßt.

 

Löns war 1909 einer der Unterstützer des Vereins „Naturschutzpark“. Als jemand, dem der Erhalt der Natur ein ernstes Anliegen war, sah er hierin eine große Chance, sowohl für die Natur als auch für die Menschen.

 

Ein weiteres Thema, das Löns sehr am Herzen lag, war die Ausübung der Jagd. Hier bemängelte er, daß viele die Jägerei nur als Prestige-Sport ansahen und verurteilte auf das schärfste die „Abknallerei“ des Wildes und damit die Jäger, denen die Quantität ihrer Jagdbeute über alles geht. Immer wieder zeigte er die damit einhergehenden verheerenden Folgen für den Wildbestand auf. In „Kraut und Lot“ sagt er: „ ... Vernunft nehmen solche Leute niemals an, einmal, weil sie nicht wollen und dann, weil sie nicht können. So muß man sie zu ihrem eigenen Glücke zwingen, und das geht nicht anders als dadurch, daß man ihnen die Flinte etwas höher hängt und die Jagd so spät wie eben möglich aufgehen läßt ...“ Löns forderte auch auf, Nutzen und Schaden von Greifen und Raubzeug sehr genau gegeneinander abzuwägen, denn er war der Ansicht, daß die Natur mit sich selbst im Gleichgewicht ist und Eingriffe, wie der vermehrte Abschuß einer bestimmten Population, negative Folgen nach sich zieht. Diese Appelle an den Staat hatten sehr nachhaltigen Erfolg. Um heute den Jagdschein zu erhalten, bedarf es einer äußerst sorgfältigen Vorbereitung durch Kursleiter und erfahrene Lehrprinzen. Auch die von Löns geforderte Erweiterung und Verlängerung der Schonzeit bestimmter Tierarten ist heute Teil des Jagdgesetzes.

 

Zusammenfassend stellt Fischer fest, daß die Nachhaltigkeit im Naturschutz, von Löns vor ca. 100 Jahren angestoßen, eine positive Entwicklung durchlaufen hat. Hermann Löns als engagierter Verfechter des Naturschutzes und der damit einhergehenden Nachhaltigkeit war ein beispielhafter Vertreter von dem was wir heute „zivile Gesellschaft“ nennen. Gerade deshalb kann sich eine Region auch heute noch glücklich schätzen, die einen Mann wie Löns als Impulsgeber, als Bewahrer, als Streiter für ihre Belange hatte und muß bestrebt sein, dieses Erbe in seinem Sinne weiterzuführen, um die regionale Identität auch in Zeiten eines großen Europas zu bewahren. Fischer sagt: „Die Stadt Walsrode kann sich glücklich schätzen, sich mit dem Namen Hermann Löns schmücken zu dürfen. Denn Hermann Löns hat sich schon seinerzeit mehr mit Umwelt-, Naturschutz- und Entwicklungsfragen auseinandergesetzt, als es heute so mancher tut.“ Für Fischer steht fest, daß „nicht die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung im Natur- und Umweltschutz, sondern nur die Terminologie sich in den letzten 100 Jahren geändert“ hat. Er fordert: „Lassen Sie uns in diesem Sinne das Erbe von Hermann Löns bewahren und fortentwickeln für eine erlebenswerte Natur und eine lebenswerte Zukunft.“

 

Die Vorsitzende bedankte sich bei Hartwig Fischer über den sehr engagierten und rhetorisch ausgezeichneten Vortrag. Danach legte sie gemeinsam mit dem Walsroder Bürgermeister Frank Fillbrunn den Bruch am Löns-Grab nieder. Gleichzeitig erschall das Jagdsignal „Jagd vorbei - Halali“.

Gerhard Zahmel

 

Löns-Woche 2003

Löns-Abend im Heidemuseum Walsrode

Der „Verband der Hermann-Löns-Kreise in Deutschland und Österreich“ veranstaltete im Rahmen der Löns-Woche einen Löns-Abend im Heidemuseum „Rischmannshof“ in Walsrode. Die Veranstaltung war so gut besucht, daß neben den 100 Plätzen keine weiteren Stühle mehr zur Verfügung standen. Die Gäste wurden aber nicht zurückgewiesen. Sie haben zwangsläufig z. B. auf Balken in diesem Fachwerkhaus Platz nehmen müssen.

 

Opernsänger Peter Tschaikowski, Tenor aus Berlin, sang die Löns-Lieder „Als ich gestern einsam ging“, „Rose im Schnee“, „Der Tauber“, „Verschütt“, „Abendlied“, „Liebesweh“ und „Auf der Lüneburger Heide“. Auf dem Knopfakkordeon begleitete ihn Michael Reinhardt, Lüneburg. Reinhardt ist Preisträger internationaler Wettbewerbe. Als Solist faszinierte er schon sein Publikum in vielen europäischen Ländern und sogar in den Vereinigten Staaten von Amerika. Der Künstler war zu Gast auch in Funk und Fernsehen. Eine CD mit klassischen Stücken ist produziert worden. Tschaikowski und Reinhardt begeisterten die Zuschauer im Heidemuseum. Natürlich kamen sie nicht umhin, Zugaben zu präsentieren.

 

Karl Fischer aus Garbsen bei Hannover hat zwischen den Musikstücken verschiedene von Hermann Löns geschriebene Texte vortragen (ein Text war von Fischer verfaßt). Er kennt die subtilen Zusammenhänge zwischen Tier, Pflanze und Jahreszeiten. Die Nähe zur Natur hat ihn in jungen Jahren geprägt. Ein Buch von ihm ist gerade erschienen.

 

1. Vors. Seidel bedankte sich herzlich bei den Akteuren. Melodien klangen noch eine Zeit lang nach und über die Texte wurde nachgedacht. Solche Löns-Abende sollte der Verband öfter veranstalten.

Geza

 

 

 

 

 

Aus der Jahreshauptversammlung 2003

Der neue (alte) Vorstand des Löns-Verbandes

In der Jahreshauptversammlung am 30. August 2003 wurden die folgenden Vorstandsmitglieder wiedergewählt (auf dem Foto von links nach rechts): 2. Vors. Dr. Karl-Heinz Beckmann, Vorstandsmitglied Prof. Dr. Fritz Fricke, 1. Vors. Monika Seidel, Schriftleiter Gerhard Zahmel.
2. Vors. Harald Cajka aus Österreich ist nicht auf dem Foto zu sehen. Er hat sich zur Jahreshauptversammlung entschuldigt und wurde ebenfalls wiedergewählt. In der Jahreshauptversammlung ist kein Vorschlag für die Besetzung des Geschäftsführers und des Pressereferenten gemacht worden, so daß beide Posten unbesetzt blieben. Als Kassenprüferinnen wurden Heide Doose und Gertrud Johannes wiedergewählt.

 

 

Aus den Löns-Kreisen

 

Hermann-Löns-Kreis Lüneburger Heide

 

Wieder Hermann-Löns-Lauf in Soltau

Bereits zum 35. Mal fand der Hermann-Löns-Gedächtnislauf statt. Seit mehreren Jahren wird dieser Volkslauf in Zusammenarbeit des MTV Soltau mit dem Heide-Park organisiert. Die Veranstaltung fand am
13. September 2003 statt. Über 2400 Läuferinnen und Läufer kamen zu diesem Lauffestival, mit dem beide Veranstalter an Hermann Löns erinnern wollen. Mitten im Heidepark Soltau befindet sich der „Hermann-Löns-Brunnen“, der zwischenzeitlich ein begehrtes Fotoobjekt geworden ist.

Geza

 

Matthias Duus hielt Vortrag über Löns

Am Dienstag, dem 10.06.2003, hielt Löns-Mitglied Matthias Duus aus Flensburg, ein ausgezeichneter Löns-Kenner, im Heidemuseum Walsrode einen zweistündigen Vortrag über Hermann Löns.

Herr Duus zeichnete des Dichters facettenreiches und zwiespältiges Leben nach; er schilderte seinen Werdegang von der Geburtsstadt Kulm bis zu seinem Tode in Frankreich. Er ließ auch die Poesie nicht zu kurz kommen und trug an geeigneter Stelle Lieder aus dem „Kleinen Rosengarten“ mit Gitarrenbegleitung vor.

 

Herr Duus ist den hiesigen Löns-Freunden noch in guter Erinnerung anläßlich seines hervorragenden Vortrages zur Jahreshauptversammlung des Löns-Kreises Lüneburger Heide 1994 im „Forellenhof“ in Hünzingen bei Walsrode.

Eingeladen hatte Herr W. Worch-Rohweder, Soltau, anläßlich einer mehrtägigen Fahrradtour durch den Landkreis Soltau-Fallingbostel unter dem Motto: historische Stätten, Orte und Gebäude im Landkreis.

Heido

 

Österreichischer Hermann-Löns-Kreis

 

Löns-Feier in Österreich

Wie jedes Jahr am letzten August-Samstag fand in Pulkau in Niederösterreich am Samstag, den 30. August 2003 am Heidberg die „Hermann-Löns-Feier“ statt. Beim „Lönsstein“ fanden sich wieder zahlreiche Lönsfreunde ein, um Lieder, Rezitationen und Lesungen zu hören. Ich konnte wieder die Pulkauer Jagdhornbläsergruppe und die Chorvereinigung Pulkau begrüßen. Sie wirken nun schon seit vielen Jahren bei den Löns-Feiern mit. Danken konnte ich auch wieder Frau Pauline Schuch aus Pulkau: der Weg vom Parkplatz zum „Lönsstein“ war wieder mit etlichen Löns-Texten geschmückt. Für diese hübsche Idee ist ihr immer wieder zu gratulieren! Und auch das liebe Kranzerl der Familie Hofbauer aus Retz wurde wieder auf den „Lönsstein“ gelegt.

Meine Tochter Ingrid, Prof. Dr. Witzmann und ich lasen aus Löns-Büchern.

Leider können ja viele Lönsfreunde, oft auch altersbedingt, nicht zu den Löns-Feiern kommen. Aber ich glaube, sie denken sicherlich gerne an diese Feiern am Heidberg.

 

Sie seien auf diesem Wege jedenfalls herzlich gegrüßt.

 

Harald Cajka

 

Arbeitskreis der Hermann-Löns-Freunde

im Landkreis Gifhorn

 

Gut besuchte Löns-Vorträge von Hans Schönecke

Der 1. Vorsitzende des Arbeitskreises der Hermann-Löns-Freunde im Landkreis Gifhorn hielt einige Vorträge, bei denen die Zuhörer viel Neues erfuhren.

24. April 2002               in Ehra-Lessien vor dem Frauenkreis der

Kirchengemeinde

5. September 2002     in Hösseringen im Freilichtmuseum „Öffentlicher

Löns-Abend mit 3 Chören und Vortrag „H. Löns

im Kreis Uelzen“

6. Februar 2003            in Tülau, Jahreshauptversammlung des Land- und

                          Forstwirtschaftlichen Vereins Brome und

Umgebung - Löns-Vortrag mit Schwerpunkt

„Löns als Freund der Landwirte“

13. 02., 26.03. und

21.05.2003                    in Brome „Alte Mühle“

In der „Alten Mühle“ in Brome waren das Wirken von Löns allgemein sowie seine „Aufenthalte und Arbeiten im Kreis Gifhorn“ zentrales Thema. Wegen des großen Andranges mußten in Brome Wiederholungen angesetzt werden.

 

Rund 400 Zuhörer folgten interessiert den Vorträgen.

Weitere Vorträge wurden erbeten, da offenbar großes Interesse am Werk von Löns besteht.

Hans Schönecke

 

Sonstige

 

Klaus Engling trat vor Strafgefangenen auf

Unter den Teilnehmern im „Projekt Brückenbau“, Celle, konnte keiner so richtig etwas mit Hermann Löns anfangen. Das änderte sich binnen eines Abends. „Hermann Löns war ein zeitkritischer, naturbewußter aber auch romantisch veranlagter Romanautor, Redakteur und Dichter.“

Der über die Grenzen Celles hinaus bekannte Löns-Kenner Klaus Engling gab anhand einiger Lieder und Texte einen Einblick in das Wirken von Löns: „In einem kühlen Grunde, da rauscht das Steuerrad, der Überschuß ging flöten, den man geträumet hat. Er sprach von neuen Steuern, zu uns, der gute Mann; nun Kinder, kauft euch Kämme, die lausige Zeit kommt heran“ - aus Löns‘ Steuerrad 1908.

 

Die Hörer dankten Engling mit einem Bild in Öl von Löns, das ein Künstler in der Justizvollzugsanstalt gemalt hatte. Der offene Abend der Anlaufstelle „Projekt Brückenbau“ versucht, mit einem offenen Kultur- und Freizeitprogramm eine Begegnung zwischen Inhaftierten und Bürgern zu ermöglichen.

Geza

 

Buch-Neuerscheinungen zu Hermann Löns

Ernst Georg Kuchenbuch:

„Hermann Löns, hat man dich vergessen?“

„Wer über Hermann Löns schreibt, sollte wissen, auf was er sich einläßt.“ Mit diesem Satz leitet Ernst Georg Kuchenbuch in seinem Vorwort sein Buch „Hermann Löns, hat man dich vergessen?“ ein. Es hat den Untertitel „Das Leben eines großen Naturschriftstellers“.

 

Seit Jahren hat sich der Autor mit dem Dichter beschäftigt und Erstaunliches zusammengestellt. Auf 139 Seiten im DIN-A4-Format schreibt er z.B. unter der Kapitelüberschrift „Löns’ Entsteh’n - Löns’ Vergeh‘n“ über das Leben von Löns von Kulm bis zum Löns-Grab im Tietlinger Wacholderhain zu Walsrode. In 21 weiteren Kapiteln geht der Autor ferner z.B. auf den Sohn Dettmer, auf Löns‘ letzte Lebensgefährtin Ernestine Sassenberg, auf die Wolfsangel, auf seinen Aufenthalt an der Ostsee 1911 oder auf das Löns-Grab ein.

Im Werkverzeichnis ist auch sein Jugendbuch „Platonische Liebe“ genannt. Die Stammtafeln sind für viele Leser sehr interessant. Für den Löns-Kenner dürfte die Hannover-Chronologie auf Seite 123 auf großes Interesse stoßen - und wer kennt schon den Kriminalroman „Der Mann mit den grünen Augen“ von Löns als Aprilscherz? Es war nur ein vorgetäuschter Fortsetzungsroman, der im Hannoverschen Anzeiger erschienen ist. Der Originaltext ist vollständig von Kuchenbuch aufgenommen worden. Auch muß lobend erwähnt werden, daß der Autor im Quellennachweis die Buchtitel, die er für seine Arbeit genutzt hat, nennt. Man merkt dem Buch an, daß es lange Zeit zum Entstehen gebraucht hat. Viele Daten sind sorgfältig aufgelistet, so daß Tippfehler (z.B. muß es auf Seite 13 anstelle zweiter erster Weltkrieg heißen) nicht zu Buche schlagen.

 

Der Text ist flüssig geschrieben. Es macht Freude, das Buch zu lesen. Der Leser, der Löns nicht kennt, hat eine Fundgrube vor sich. Der Löns-Freund wird vieles bestätigt bekommen, was er schon wußte.
Der Löns-Kenner wird noch zugeben müssen, daß er auch noch Neues in diesem Buch entdeckt.

 

Leider konnte kein Verlag für einen Druck gefunden werden. Ernst Georg Kuchenbuch legt das Buch je nach Bestellung in Eigenarbeit neu auf. Es lohnt sich, dieses Werk zu erwerben.

Gerhard Zahmel

 

Ernst Georg Kuchenbuch: “Hermann Löns, hat man dich vergessen?”, 139 Seiten, DIN-A4-Format, Titelblatt eine Zeichnung (Löns darstellend) von Kuchenbuch aus dem Jahre 1960, Einbindung jedes Exemplars durch den Autor selbst, zu bestellen nur bei dem Autor, Bremer Straße 76, 21073 Hamburg-Harburg, Tel. 040/777422, Preis: 40 €, Konto-Nr. 1262-646480 bei der Hamburger Sparkasse, BLZ 20050550

 

 

Hrsg. Klaus Seehafer: “Dichter, Denker, Eigenbrötler”

Im Leda-Verlag hat Klaus Seehafer das Buch „Dichter, Denker, Eigenbrötler“ mit dem Untertitel „30 niedersächsische Klassiker“ herausgegeben. Auf den Seiten 212 bis 219 wird Hermann Löns genannt. Ist er überhaupt ein „klassischer Niedersachse“? Der Herausgeber ordnet unter dem Begriff nicht nur Autoren nach dem Ort ihrer Geburt, sondern auch nach dem „Hauptaufenthalt oder dem zeitweiligen nachhaltigen Wirken“ ein. Insoweit muß Löns natürlich in einem solchen Buch vertreten sein. Neben ihm werden auch Arno Schmidt (in Schlesien geboren), Wilhelm Busch, Hoffmann von Fallersleben oder Gotthold Ephraim Lessing genannt.

Irmgard Rühe hat den Beitrag über Hermann Löns verfaßt. Die 1934 in Hannover geborene Autorin nähert sich Löns auf sehr persönliche Weise, wie vom Herausgeber vorgegeben. Die wichtigsten Daten seines Lebens und die Anmerkungen zu seinem Werk hat sie mit viel Sympathie dargestellt. In dem Buch war es aus Platzgründen nicht möglich, alle Lebensstationen und Feinheiten zum Thema Löns zu erwähnen.

 

Hinsichtlich des „Matrosenliedes“ (Engellandlied) ist sie aber mit ihrer Interpretation zu weit gegangen. Sie schreibt: „Im Mai 1911 macht Hermann Löns mit seiner Frau und dem stark behinderten Sohn Ferien an der Ostsee. Damals soll ihm klar geworden sein, daß dieses Kind nicht mehr lange leben werde. Wäre es nicht bei den Engeln im Himmel besser aufgehoben? Tagelang soll sich Löns betrunken haben, um dann aus aufgewühlten Gefühlen heraus jenes Lied zu schreiben, in dem es heißt: ‚gib mir deine weiße Hand/denn wir fahren gegen Engelland‘.“

Der Refrain lautet im Original:

„Gib mir deine Hand, deine weiße Hand,

leb wohl, mein Schatz, leb wohl,

denn wir fahren gegen Engelland.“

 

Die Löns-Forschung hat geklärt, daß das „Matrosenlied“ 1910 von Löns verfaßt worden ist. Dies haben Apffelstaedt (1941), Anger (1978) und Dupke (1994) in ihren Büchern dargelegt. Die Gedanken während des Aufenthaltes an der Ostsee im Jahre 1911 können somit schon aus Zeitgründen nicht der Anlaß zum Verfassen des Gedichtes gewesen sein. Auch inhaltlich beschreibt es keine Fahrt in den „Himmel“, denn es heißt ja „gegen Engelland“. Löns‘ damalige Frau schilderte in einem Brief vom 27. April 1912, was sich nach der Rückkehr von der Ostsee in der Wohnung ereignet hat. Es kam zu einem ernsthaften Ehestreit. Der Text des Briefes kann in dem Buch „Hermann Löns, Mythos und Wirklichkeit“ von Dr. Thomas Dupke (1994) auf Seite 149 nachgelesen werden.

 

Zum Thema „Frauen“ bleibt unerwähnt, daß Hermann Löns zuletzt mit Ernestine Sassenberg zusammenlebte. Dieses ist wichtig, weil er sich mit dieser Frau bis zum Tode mehr als gut verstanden hat. In seinem Kriegstagebuch hat er, sofern er fällt, u.a. verfügt, daß sie von „seinem Tode in Kenntnis“ zu setzen ist.

Die Gedichtsammlung „Der kleine Rosengarten“ ist am bekanntesten geworden in der Vertonung von Prof. Fritz Jöde. Frau Rühe erwähnt nur Ludwig Rahlfs, dessen bekannteste Vertonung „Auf der Lüneburger Heide“ ist. Als „Volkslied“ wird es allerdings nicht ganz nach den Originalnoten gesungen, was Rahlfs bedauert hat. Über 350 Komponisten haben sich übrigens der Gedichte von Löns für Vertonungen angenommen (erfaßt im Westfälischen Musikarchiv).

 

Im Werkverzeichnis vermisse ich „Platonische Liebe“. Der von Löns verfaßte Text ist posthum erstmalig als Buch allerdings erst 1990 erschienen und damit in keiner Werkausgabe enthalten.

 

Die Idee zu „Dichter, Denker, Eigenbrötler“ kam aus dem Verband deutscher Schriftsteller in Niedersachsen und Bremen, der eine ausgewählte Anzahl im Internet präsentieren wollte und bei diesem Projekt vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur und von der Niedersächsichen Lottostiftung gefördert worden ist. Der Verlag hat unter der Überschrift „Internet-Adressen“ zu Löns, Hermann, folgendes veröffentlicht: „Tabellarische Biographie: www.dhm.e/.lemo/atml/bio
 graphien/loenshermann/“. Wer gerne im Internet stöbert, mag diese Adresse einmal anklicken.

 

Den Lesern, die sich einen gewissen Überblick über „Niedersächsische Autoren“ verschaffen wollen, kann der Kauf des Buches empfohlen werden. Vom Herausgeber und von der Autorin wurde mitgeteilt, daß zu Löns demnächst ein geänderter Text im Internet erscheinen wird.

 

Gerhard Zahmel

 

“Dichter, Denker, Eigenbrötler - 30 niedersächsische Klassiker”, herausgegeben von Klaus Seehafer, Leda-Verlag, Taschenbuch, 317 Seiten, davon eine Abhandlung über Hermann Löns auf den Seiten 212 bis 219, Erscheinungsjahr 2003, Preis 14,70 €, ISBN 3-934927-41-6

 

Internet

Einige Artikel dieses Heft finden Sie auch im Internet. Schauen Sie doch einmal unter http://www.walsrode-net.de/ nach.

 

 

 

 

 

 

 

Verband der Hermann-Löns-Kreise

in Deutschland und österreich E. V.

1. Vors.: Verw.-Angest. i. R. Monika Seidel, Flachsröten 4, 29664
Walsrode, Tel.: 05161/6777; 2. Vors.: Buchhändler Harald Cajka,
Hauptstr. 60 A/14, A-3021 Preßbaum bei Wien, Tel.: 0043/2233/52792;

2. Vors.: Karl-Heinz Beckmann, An der Vogelrute 46-50, 59387 Asche-berg-Herbern, Tel.: 02599/1886, e-mail: K.h.beckmann@euroroll.de; Fax: 02599/7300; Geschäftsführer: unbesetzt; Pressereferent: unbesetzt;

Schriftführer: Stadtamtsrat Gerhard Zahmel, Anschr. u. Tel.: s.u.; Vorstandsmitglied: Prof. Dr. Fritz Fricke, Hermann-Löns-Str. 9, Walsrode, Tel.: 05161/3588

Anschrift der Geschäftsstelle: Hermann-Löns-Str. 8, 29664 Walsrode

Geschäftskonten:

Kreissparkasse Walsrode, Nr. 1 341 890 (BLZ 251 523 75)
Volksbank Lüneburger Heide eG, Walsr.,Nr. 9 094 800(BLZ 258 916 36)

Spendenkonto für Löns-Standbild:

Kreissparkasse Walsrode, Nr. 1534536 (BLZ 251 523 75)

Spendenkonto für Löns-Gedenkstätten:

Kreissparkasse Walsrode, Nr. 1497551 (BLZ 251 523 75)

 

IMPRESSUM

H E R M A N N - L Ö N S - B L Ä T T E R
Schriftleitung: Heide Doose, Wolfgang Doose, Walsroder Str. 117, 29699 Bomlitz-Uetzingen, Tel.: 05161/8297; Gerhard Zahmel (verantwortl. Schriftleiter), Lange Str. 22, 29664 Walsrode, Tel.: 05161/977197, Fax: 977262. Die namentlich gekennzeichneten Beiträge geben die persönliche Auffassung der Verfasser wieder. Kostenloser Abdruck nach vorheriger Genehmigung des Schriftleiters gestattet. Die Mitteilungen erscheinen viermal im Jahr. Der Bezugspreis ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.

Druck: J. Gronemann KG, Walsrode                             ISSN 0935 - 5316

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Zuletzt geändert am: 30.10.2003

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