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„Hermann-Löns-Blätter“ Heft 3/2003 Hermann Löns Mitteilungen
des Verbandes der Hermann-Löns-Kreise in Deutschland und Österreich e. V. Geschäftsstelle:
Hermann-Löns-Straße 8, 29664
Walsrode, Tel. 05161/977 197 Allgemeiner Teil Löns-Woche 2003 Hartwig Fischer hielt Festvortrag: „Hermann Löns in der heutigen Zeit - Modernität und Nachhaltigkeit“ Zunächst regnete es noch etwas. Als 1. Vorsitzende
Monika Seidel an das Mikrophon trat, um die vielen Gäste zur Feierstunde am
Löns-Grab zu begrüßen, lachte die Sonne wieder am Himmel. Musikalisch umrahmt
wurde die Veranstaltung vom Gemischten Chor „Eintracht Hodenhagen“ unter
Leitung von Dieter Schwarze (siehe Foto) und dem Jagdhornbläsercorps der
Jägerschaft Fallingbostel unter Leitung von Dietlind Fuhrhop-Meyer. Der Festredner Hartwig Fischer ist Mitglied des
Deutschen Bundestages und wies zunächst darauf hin, daß er gerade von einem
Geburtstagsempfang gekommen war, auf dem er auch den früheren Niedersächsischen
Ministerpräsidenten Dr. Ernst Albrecht und den amtierenden Niedersächsischen
Ministerpräsidenten Christian Wulff getroffen habe. Auf dem Tagesprogramm haben
Albrecht und Wulff einen Text geschrieben, der auf der folgenden Seite
veröffentlicht ist: „Herzliche Grüße von einem großen Freund von H. Löns,
Ernst Albrecht. Herzliche Grüße, C. Wulff, 31.08.03“ Hartwig Fischer ist nicht nur ein guter Redner,
sondern er hat sich durch seinen Vortrag als großer Löns-Kenner erwiesen. Sein
Vater hat ihn an die Werke von Hermann Löns herangeführt. Das Löns’sche Werk
untersuchte er unter dem Gesichtspunkt der Modernität und Nachhaltigkeit. Die
Rede war spannend und substanziell. Er charakterisiert Löns als einen sehr
widersprüchlichen Menschen, der oft beschrieben worden ist und viele Facetten
und eine außerordentliche Entwicklung aufwies. In ihm sieht er den Spötter, den
Wissenschaftler, den Nachdenklichen, den Provozierenden, den
Vergangenheitsliebenden und den vorausschauenden Kämpfer für die Erhaltung der
Natur, also der Tier- und Pflanzenwelt. Dabei läßt Löns aber auch den in der
Natur lebenden Menschen nicht außer acht. Von „Nachhaltigkeit“ sprach Fischer
immer dann, wenn die Belange der Ökologie sowie der Ökonomie und die soziale
Komponente gleichwertig berücksichtigt werden. Die Menschheit wacht aber zumeist
erst dann auf, wenn auf einem bestimmten Gebiet negative Folgen eingetreten
sind. Um vorbeugende Maßnahmen einzuleiten, bedarf es einer scharfen
Beobachtungsgabe, die er Löns zuschreibt. Dabei hatte Löns nicht nur die Jagd
im Blick, sondern immer das Ganze. Übertragen auf das, was wir heute
„Nachhaltigkeit“ nennen, sagte er, daß Löns dieses „schon vor ca. 100 Jahren in
bezug auf die Natur erkannt und vehement“ gefordert hatte. Er wies besonders
auf seine 1910 in Bremen gehaltene Rede mit dem provokanten Titel: „Der
Naturschutz oder die Naturschutzphrase“ hin. Löns forderte, ganz Journalist,
ultimativ zum Handeln auf: „ ... wenn der Naturschutz sich aus der ‚Phrase‘ zur
wirksamen Tat entwickeln soll, muß er anders vorgehen, muß er es dahin bringen,
daß er eine gefürchtete Macht wird ...“ Dieses war auch durchaus mit
persönlichen Angriffen verbunden. Fischer zitierte die Autoren Anger und Klein
und stimmte mit ihnen überein wenn sie sagen: „Löns ist durch sein ständiges
Eintreten für den Heimat- und Naturschutz ein Wegbereiter für den Umweltschutz
geworden ...“ Heute ist der Naturschutz gesetzlich verankert und muß, wenn
nötig, weiter modifiziert werden. Den dauernden Wandel hat Löns ebenfalls kritisiert. Er zeigte Bedenken gegen die fortschreitende Technisierung der Landwirtschaft und die Folgen der Besiedlung der Heide und des Moores in seinem Buch „Haidbilder“ auf. Dabei verkannte er aber nicht, daß neben dem Schutz der Umwelt und der Natur auch der sozialökonomische Aspekt zu beachten ist. Die ökonomische Entwicklung des Landes ist von gleichwertiger Bedeutung. Löns sagte: „ ... unklug wäre es, darüber zu jammern, daß die Heide ihr heutiges malerisches Aussehen aufgeben muß. Einmal ist das Bild, das die Heide bis vor kurzem bot, nicht das ursprüngliche, sondern dieses Land war, wie viele Moorfunde beweisen, in der Hauptsache eines von Wiesen, Weiden und Äckern durchsetzter Eichenhain. ... Außerdem ist es sehr die Frage, was in der Tat schöner ist: Eine Einöde, die auf einer Geviertmeile keine 10 Menschen ernährt oder die fruchtbar gemachte Scholle, die Hunterten Nahrung bietet ...“ Die von Löns vielfach aufgegriffenen Themen
„Kultivierung“ und „Besiedlung“ sind auch heute aktuell. Einfach deshalb, weil
z. B. die Ausweisung von Bauland oder der Bau von Großprojekten immer ein Stück
intakter Natur oder auch archäologische Denkmale verschlingt. Fischer wies
darauf hin, daß jeder entsprechende Beispiele aus seinem Leben kennt und
zitierte in diesem Zusammenhang das Löns’sche Gedicht „Verkoppelung“. Das
Problem der „ausgeräumten Feldflur“ stellt sich uns auch heute, wenn wir z. B.
die großen Ackerschläge, die zu einem nicht unerheblichen Teil auch in den
neuen Bundesländern bearbeitet werden, sehen. Selten gibt es einen Baum und nur
wenige Sträucher stehen in der Feldmark, die für die Bearbeitung mit
landwirtschaftlichen Großmaschinen ein Hindernis wären. Die Dezimierung der
Tierwelt ist die Folge und manifestiert sich in der fast jährlichen Erweiterung
der roten Liste der aussterbenden Tierarten. In seinem Buch „Haidbilder“ prangerte Löns auch den
damals aufkommenden Tourismus an, er schrieb: „ ... die Haide kam in Mode, es
regnete Menschen, es hagelte Volk ...“ Er wies schon damals auf die Auswüchse,
die den Tourismus begleiten, hin. Die Entnahme von Pflanzen oder Pflanzenteilen aus
der Natur und der ganzjährige Schutz ist heute, im Sinne der Nachhaltigkeit,
strikt geregelt und im Naturschutzgesetz verankert, so Fischer. Das wahllose
Blumenpflücken ist nur eine Begleiterscheinung des Tourismus, die Löns anprangerte,
die „Hinterlassenschaften“ sind eine andere: „ ... und hinterher hatten drei
Waldarbeiter drei Tage zu tun, um das Stullenpapier, die Eierschalen, die
Flaschenscherben und sonstige Zeichen der echten, wahren und tiefen Heimatliebe
zu beseitigen ...“ Fischer resümierte, daß Löns schon damals zur Verringerung
der Umweltbelastungen und zur Ressourcenschonung einen, was wir heute „sanften
Tourismus“ nennen, gefordert hat. Es sei deshalb wichtig, daß ein
Wanderwegenetz ausgewiesen wird, bei dem weite Flächen so geschützt sind, daß
sie sich natürlich entwickeln können, daß aber gleichzeitig auch den Interessen
der Bustouristen Rechnung trägt, die die Heide besuchen und kennenlernen
möchten. Oder wenn man einen Blick südlich in die Alpen richtet, wies Fischer
auf den dortigen Skitourismus hin und die damit verbundenen Erosions- und
Lawinengefahren durch abgeholzte Wälder, die Skipisten Raum machen mußten. Das
Thema „Touristen" hat seit Löns an seiner Modernität und Aktualität nicht
verloren und verlangt noch immer nach Lösungen. Löns verlangte, daß die Menschen rücksichtsvoll, wach und sehenden Auges durch die Heide gehen und dort nicht wie die Vandalen hausen sollten. Um dies zu erreichen, bedarf es der Aufklärung und Schulung der Menschen. Heute haben wir, auch über die Vielfalt der Medien, mehr Wissen, mehr Aufklärung über ökologische Zusammenhänge. Nachhaltiger, aktiver Naturschutz beginnt heute vielfach im Kindes- und Jugendalter. Naturschutzprojekte werden in Kindergärten und Schulen initiiert. Gerade diese aktive Beteiligung am Naturschutz, ganz im Sinne von Hermann Löns, ist es, die Fischer für kommende Generationen hoffen läßt. Löns war 1909 einer der Unterstützer des Vereins
„Naturschutzpark“. Als jemand, dem der Erhalt der Natur ein ernstes Anliegen
war, sah er hierin eine große Chance, sowohl für die Natur als auch für die
Menschen. Ein weiteres Thema, das Löns sehr am Herzen lag, war
die Ausübung der Jagd. Hier bemängelte er, daß viele die Jägerei nur als
Prestige-Sport ansahen und verurteilte auf das schärfste die „Abknallerei“ des
Wildes und damit die Jäger, denen die Quantität ihrer Jagdbeute über alles
geht. Immer wieder zeigte er die damit einhergehenden verheerenden Folgen für
den Wildbestand auf. In „Kraut und Lot“ sagt er: „ ... Vernunft nehmen solche
Leute niemals an, einmal, weil sie nicht wollen und dann, weil sie nicht
können. So muß man sie zu ihrem eigenen Glücke zwingen, und das geht nicht
anders als dadurch, daß man ihnen die Flinte etwas höher hängt und die Jagd so
spät wie eben möglich aufgehen läßt ...“ Löns forderte auch auf, Nutzen und
Schaden von Greifen und Raubzeug sehr genau gegeneinander abzuwägen, denn er
war der Ansicht, daß die Natur mit sich selbst im Gleichgewicht ist und
Eingriffe, wie der vermehrte Abschuß einer bestimmten Population, negative
Folgen nach sich zieht. Diese Appelle an den Staat hatten sehr nachhaltigen
Erfolg. Um heute den Jagdschein zu erhalten, bedarf es einer äußerst
sorgfältigen Vorbereitung durch Kursleiter und erfahrene Lehrprinzen. Auch die
von Löns geforderte Erweiterung und Verlängerung der Schonzeit bestimmter
Tierarten ist heute Teil des Jagdgesetzes. Zusammenfassend stellt Fischer fest, daß die
Nachhaltigkeit im Naturschutz, von Löns vor ca. 100 Jahren angestoßen, eine
positive Entwicklung durchlaufen hat. Hermann Löns als engagierter Verfechter
des Naturschutzes und der damit einhergehenden Nachhaltigkeit war ein
beispielhafter Vertreter von dem was wir heute „zivile Gesellschaft“ nennen.
Gerade deshalb kann sich eine Region auch heute noch glücklich schätzen, die
einen Mann wie Löns als Impulsgeber, als Bewahrer, als Streiter für ihre
Belange hatte und muß bestrebt sein, dieses Erbe in seinem Sinne
weiterzuführen, um die regionale Identität auch in Zeiten eines großen Europas
zu bewahren. Fischer sagt: „Die Stadt Walsrode kann sich glücklich schätzen,
sich mit dem Namen Hermann Löns schmücken zu dürfen. Denn Hermann Löns hat sich
schon seinerzeit mehr mit Umwelt-, Naturschutz- und Entwicklungsfragen
auseinandergesetzt, als es heute so mancher tut.“ Für Fischer steht fest, daß
„nicht die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung im Natur- und Umweltschutz,
sondern nur die Terminologie sich in den letzten 100 Jahren geändert“ hat. Er
fordert: „Lassen Sie uns in diesem Sinne das Erbe von Hermann Löns bewahren und
fortentwickeln für eine erlebenswerte Natur und eine lebenswerte Zukunft.“ Die Vorsitzende bedankte sich bei Hartwig Fischer
über den sehr engagierten und rhetorisch ausgezeichneten Vortrag. Danach legte
sie gemeinsam mit dem Walsroder Bürgermeister Frank Fillbrunn den Bruch am
Löns-Grab nieder. Gleichzeitig erschall das Jagdsignal „Jagd vorbei - Halali“. Gerhard Zahmel Löns-Woche 2003 Löns-Abend im Heidemuseum Walsrode Der „Verband der Hermann-Löns-Kreise in Deutschland
und Österreich“ veranstaltete im Rahmen der Löns-Woche einen Löns-Abend im
Heidemuseum „Rischmannshof“ in Walsrode. Die Veranstaltung war so gut besucht,
daß neben den 100 Plätzen keine weiteren Stühle mehr zur Verfügung standen. Die
Gäste wurden aber nicht zurückgewiesen. Sie haben zwangsläufig z. B. auf Balken
in diesem Fachwerkhaus Platz nehmen müssen. Opernsänger Peter Tschaikowski, Tenor aus Berlin,
sang die Löns-Lieder „Als ich gestern einsam ging“, „Rose im Schnee“, „Der
Tauber“, „Verschütt“, „Abendlied“, „Liebesweh“ und „Auf der Lüneburger Heide“.
Auf dem Knopfakkordeon begleitete ihn Michael Reinhardt, Lüneburg. Reinhardt
ist Preisträger internationaler Wettbewerbe. Als Solist faszinierte er schon
sein Publikum in vielen europäischen Ländern und sogar in den Vereinigten
Staaten von Amerika. Der Künstler war zu Gast auch in Funk und Fernsehen. Eine
CD mit klassischen Stücken ist produziert worden. Tschaikowski und Reinhardt
begeisterten die Zuschauer im Heidemuseum. Natürlich kamen sie nicht umhin,
Zugaben zu präsentieren. Karl Fischer aus Garbsen bei Hannover hat zwischen
den Musikstücken verschiedene von Hermann Löns geschriebene Texte vortragen
(ein Text war von Fischer verfaßt). Er kennt die subtilen Zusammenhänge
zwischen Tier, Pflanze und Jahreszeiten. Die Nähe zur Natur hat ihn in jungen
Jahren geprägt. Ein Buch von ihm ist gerade erschienen. 1. Vors. Seidel bedankte sich herzlich bei den
Akteuren. Melodien klangen noch eine Zeit lang nach und über die Texte wurde
nachgedacht. Solche Löns-Abende sollte der Verband öfter veranstalten. Geza Aus der Jahreshauptversammlung 2003 Der neue (alte) Vorstand des Löns-Verbandes In der Jahreshauptversammlung am 30. August 2003
wurden die folgenden Vorstandsmitglieder wiedergewählt (auf dem Foto von links
nach rechts): 2. Vors. Dr. Karl-Heinz Beckmann, Vorstandsmitglied Prof. Dr.
Fritz Fricke, 1. Vors. Monika Seidel, Schriftleiter Gerhard Zahmel. Aus den Löns-Kreisen Hermann-Löns-Kreis Lüneburger Heide Wieder Hermann-Löns-Lauf in Soltau Bereits zum 35. Mal fand der
Hermann-Löns-Gedächtnislauf statt. Seit mehreren Jahren wird dieser Volkslauf
in Zusammenarbeit des MTV Soltau mit dem Heide-Park organisiert. Die
Veranstaltung fand am Geza Matthias Duus hielt Vortrag über Löns Am Dienstag, dem 10.06.2003, hielt Löns-Mitglied Matthias Duus aus Flensburg, ein ausgezeichneter Löns-Kenner, im Heidemuseum Walsrode einen zweistündigen Vortrag über Hermann Löns. Herr Duus zeichnete des Dichters facettenreiches und zwiespältiges Leben nach; er schilderte seinen Werdegang von der Geburtsstadt Kulm bis zu seinem Tode in Frankreich. Er ließ auch die Poesie nicht zu kurz kommen und trug an geeigneter Stelle Lieder aus dem „Kleinen Rosengarten“ mit Gitarrenbegleitung vor. Herr Duus ist den hiesigen Löns-Freunden noch in guter Erinnerung anläßlich seines hervorragenden Vortrages zur Jahreshauptversammlung des Löns-Kreises Lüneburger Heide 1994 im „Forellenhof“ in Hünzingen bei Walsrode. Eingeladen hatte Herr W. Worch-Rohweder, Soltau, anläßlich einer mehrtägigen Fahrradtour durch den Landkreis Soltau-Fallingbostel unter dem Motto: historische Stätten, Orte und Gebäude im Landkreis. Heido Österreichischer Hermann-Löns-Kreis Löns-Feier in Österreich Wie jedes Jahr am letzten August-Samstag fand in Pulkau in Niederösterreich am Samstag,
den 30. August 2003 am Heidberg die „Hermann-Löns-Feier“ statt. Beim
„Lönsstein“ fanden sich wieder zahlreiche Lönsfreunde ein, um Lieder,
Rezitationen und Lesungen zu hören. Ich konnte wieder die Pulkauer
Jagdhornbläsergruppe und die Chorvereinigung Pulkau begrüßen. Sie wirken nun
schon seit vielen Jahren bei den Löns-Feiern mit. Danken konnte ich auch wieder
Frau Pauline Schuch aus Pulkau: der Weg vom Parkplatz zum „Lönsstein“ war
wieder mit etlichen Löns-Texten geschmückt. Für diese hübsche Idee ist ihr
immer wieder zu gratulieren! Und auch das liebe Kranzerl der Familie Hofbauer
aus Retz wurde wieder auf den „Lönsstein“ gelegt. Meine Tochter Ingrid, Prof. Dr. Witzmann und ich
lasen aus Löns-Büchern. Leider können ja viele Lönsfreunde, oft auch
altersbedingt, nicht zu den Löns-Feiern kommen. Aber ich glaube, sie denken
sicherlich gerne an diese Feiern am Heidberg. Sie seien auf diesem Wege jedenfalls herzlich
gegrüßt. Harald Cajka Arbeitskreis der
Hermann-Löns-Freunde im Landkreis Gifhorn Gut besuchte Löns-Vorträge
von Hans Schönecke Der 1. Vorsitzende des Arbeitskreises der Hermann-Löns-Freunde im Landkreis Gifhorn hielt einige Vorträge, bei denen die Zuhörer viel Neues erfuhren. 24. April 2002 in Ehra-Lessien vor dem Frauenkreis
der Kirchengemeinde 5. September 2002 in
Hösseringen im Freilichtmuseum „Öffentlicher Löns-Abend mit 3 Chören und
Vortrag „H. Löns im Kreis Uelzen“ 6.
Februar 2003 in Tülau,
Jahreshauptversammlung des Land- und Forstwirtschaftlichen Vereins Brome und Umgebung - Löns-Vortrag mit Schwerpunkt „Löns als Freund der Landwirte“ 13. 02., 26.03. und 21.05.2003 in Brome „Alte Mühle“ In der „Alten Mühle“ in Brome waren das Wirken von Löns allgemein sowie seine „Aufenthalte und Arbeiten im Kreis Gifhorn“ zentrales Thema. Wegen des großen Andranges mußten in Brome Wiederholungen angesetzt werden. Rund
400 Zuhörer folgten interessiert den Vorträgen. Weitere
Vorträge wurden erbeten, da offenbar großes Interesse am Werk von Löns besteht.
Hans Schönecke Sonstige Klaus Engling trat vor Strafgefangenen aufUnter den Teilnehmern im „Projekt Brückenbau“, Celle, konnte keiner so richtig etwas mit Hermann Löns anfangen. Das änderte sich binnen eines Abends. „Hermann Löns war ein zeitkritischer, naturbewußter aber auch romantisch veranlagter Romanautor, Redakteur und Dichter.“ Der über die Grenzen Celles hinaus bekannte Löns-Kenner
Klaus Engling gab anhand einiger Lieder und Texte einen Einblick in das Wirken
von Löns: „In einem kühlen Grunde, da rauscht das Steuerrad, der Überschuß ging
flöten, den man geträumet hat. Er sprach von neuen Steuern, zu uns, der gute
Mann; nun Kinder, kauft euch Kämme, die lausige Zeit kommt heran“ - aus Löns‘
Steuerrad 1908. Die Hörer dankten Engling mit einem Bild in Öl von
Löns, das ein Künstler in der Justizvollzugsanstalt gemalt hatte. Der offene
Abend der Anlaufstelle „Projekt Brückenbau“ versucht, mit einem offenen Kultur-
und Freizeitprogramm eine Begegnung zwischen Inhaftierten und Bürgern zu
ermöglichen. Geza Buch-Neuerscheinungen
zu Hermann Löns Ernst Georg Kuchenbuch: „Hermann Löns, hat man dich vergessen?“ „Wer über Hermann Löns schreibt, sollte wissen, auf was er sich einläßt.“ Mit diesem Satz leitet Ernst Georg Kuchenbuch in seinem Vorwort sein Buch „Hermann Löns, hat man dich vergessen?“ ein. Es hat den Untertitel „Das Leben eines großen Naturschriftstellers“. Seit Jahren hat sich der Autor mit dem Dichter
beschäftigt und Erstaunliches zusammengestellt. Auf 139 Seiten im DIN-A4-Format
schreibt er z.B. unter der Kapitelüberschrift „Löns’ Entsteh’n - Löns’
Vergeh‘n“ über das Leben von Löns von Kulm bis zum Löns-Grab im Tietlinger
Wacholderhain zu Walsrode. In 21 weiteren Kapiteln geht der Autor ferner z.B.
auf den Sohn Dettmer, auf Löns‘ letzte Lebensgefährtin Ernestine Sassenberg,
auf die Wolfsangel, auf seinen Aufenthalt an der Ostsee 1911 oder auf das
Löns-Grab ein. Im Werkverzeichnis ist auch sein Jugendbuch „Platonische Liebe“ genannt. Die Stammtafeln sind für viele Leser sehr interessant. Für den Löns-Kenner dürfte die Hannover-Chronologie auf Seite 123 auf großes Interesse stoßen - und wer kennt schon den Kriminalroman „Der Mann mit den grünen Augen“ von Löns als Aprilscherz? Es war nur ein vorgetäuschter Fortsetzungsroman, der im Hannoverschen Anzeiger erschienen ist. Der Originaltext ist vollständig von Kuchenbuch aufgenommen worden. Auch muß lobend erwähnt werden, daß der Autor im Quellennachweis die Buchtitel, die er für seine Arbeit genutzt hat, nennt. Man merkt dem Buch an, daß es lange Zeit zum Entstehen gebraucht hat. Viele Daten sind sorgfältig aufgelistet, so daß Tippfehler (z.B. muß es auf Seite 13 anstelle zweiter erster Weltkrieg heißen) nicht zu Buche schlagen. Der Text ist flüssig geschrieben. Es macht Freude,
das Buch zu lesen. Der Leser, der Löns nicht kennt, hat eine Fundgrube vor
sich. Der Löns-Freund wird vieles bestätigt bekommen, was er schon wußte. Leider konnte kein Verlag für einen Druck gefunden
werden. Ernst Georg Kuchenbuch legt das Buch je nach Bestellung in Eigenarbeit
neu auf. Es lohnt sich, dieses Werk zu erwerben. Gerhard Zahmel Ernst Georg
Kuchenbuch: “Hermann Löns, hat man dich vergessen?”, 139 Seiten, DIN-A4-Format,
Titelblatt eine Zeichnung (Löns darstellend) von Kuchenbuch aus dem Jahre 1960,
Einbindung jedes Exemplars durch den Autor selbst, zu bestellen nur bei dem
Autor, Bremer Straße 76, 21073 Hamburg-Harburg, Tel. 040/777422, Preis: 40 €,
Konto-Nr. 1262-646480 bei der Hamburger Sparkasse, BLZ 20050550 Hrsg. Klaus Seehafer: “Dichter, Denker, Eigenbrötler” Im Leda-Verlag hat Klaus Seehafer das Buch „Dichter,
Denker, Eigenbrötler“ mit dem Untertitel „30 niedersächsische Klassiker“
herausgegeben. Auf den Seiten 212 bis 219 wird Hermann Löns genannt. Ist er
überhaupt ein „klassischer Niedersachse“? Der Herausgeber ordnet unter dem
Begriff nicht nur Autoren nach dem Ort ihrer Geburt, sondern auch nach dem
„Hauptaufenthalt oder dem zeitweiligen nachhaltigen Wirken“ ein. Insoweit muß
Löns natürlich in einem solchen Buch vertreten sein. Neben ihm werden auch Arno
Schmidt (in Schlesien geboren), Wilhelm Busch, Hoffmann von Fallersleben oder
Gotthold Ephraim Lessing genannt. Irmgard Rühe hat den Beitrag über Hermann Löns
verfaßt. Die 1934 in Hannover geborene Autorin nähert sich Löns auf sehr
persönliche Weise, wie vom Herausgeber vorgegeben. Die wichtigsten Daten seines
Lebens und die Anmerkungen zu seinem Werk hat sie mit viel Sympathie
dargestellt. In dem Buch war es aus Platzgründen nicht möglich, alle
Lebensstationen und Feinheiten zum Thema Löns zu erwähnen. Hinsichtlich des „Matrosenliedes“ (Engellandlied)
ist sie aber mit ihrer Interpretation zu weit gegangen. Sie schreibt: „Im Mai
1911 macht Hermann Löns mit seiner Frau und dem stark behinderten Sohn Ferien
an der Ostsee. Damals soll ihm klar geworden sein, daß dieses Kind nicht mehr
lange leben werde. Wäre es nicht bei den Engeln im Himmel besser aufgehoben?
Tagelang soll sich Löns betrunken haben, um dann aus aufgewühlten Gefühlen
heraus jenes Lied zu schreiben, in dem es heißt: ‚gib mir deine weiße Hand/denn
wir fahren gegen Engelland‘.“ Der Refrain lautet im Original: „Gib mir deine Hand, deine weiße Hand, leb wohl, mein Schatz, leb wohl, denn wir fahren gegen Engelland.“ Die Löns-Forschung hat geklärt, daß das „Matrosenlied“ 1910 von Löns verfaßt worden ist. Dies haben Apffelstaedt (1941), Anger (1978) und Dupke (1994) in ihren Büchern dargelegt. Die Gedanken während des Aufenthaltes an der Ostsee im Jahre 1911 können somit schon aus Zeitgründen nicht der Anlaß zum Verfassen des Gedichtes gewesen sein. Auch inhaltlich beschreibt es keine Fahrt in den „Himmel“, denn es heißt ja „gegen Engelland“. Löns‘ damalige Frau schilderte in einem Brief vom 27. April 1912, was sich nach der Rückkehr von der Ostsee in der Wohnung ereignet hat. Es kam zu einem ernsthaften Ehestreit. Der Text des Briefes kann in dem Buch „Hermann Löns, Mythos und Wirklichkeit“ von Dr. Thomas Dupke (1994) auf Seite 149 nachgelesen werden. Zum Thema „Frauen“ bleibt unerwähnt, daß Hermann
Löns zuletzt mit Ernestine Sassenberg zusammenlebte. Dieses ist wichtig, weil
er sich mit dieser Frau bis zum Tode mehr als gut verstanden hat. In seinem
Kriegstagebuch hat er, sofern er fällt, u.a. verfügt, daß sie von „seinem Tode
in Kenntnis“ zu setzen ist. Die Gedichtsammlung „Der kleine Rosengarten“ ist am
bekanntesten geworden in der Vertonung von Prof. Fritz Jöde. Frau Rühe erwähnt
nur Ludwig Rahlfs, dessen bekannteste Vertonung „Auf der Lüneburger Heide“ ist.
Als „Volkslied“ wird es allerdings nicht ganz nach den Originalnoten gesungen,
was Rahlfs bedauert hat. Über 350 Komponisten haben sich übrigens der Gedichte
von Löns für Vertonungen angenommen (erfaßt im Westfälischen Musikarchiv). Im Werkverzeichnis vermisse ich „Platonische Liebe“.
Der von Löns verfaßte Text ist posthum erstmalig als Buch allerdings erst 1990
erschienen und damit in keiner Werkausgabe enthalten. Die Idee zu „Dichter, Denker, Eigenbrötler“ kam aus dem Verband deutscher Schriftsteller in Niedersachsen und
Bremen, der eine ausgewählte Anzahl im Internet präsentieren wollte und bei
diesem Projekt vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur und von der
Niedersächsichen Lottostiftung gefördert worden ist. Der Verlag hat unter der
Überschrift „Internet-Adressen“ zu Löns, Hermann, folgendes veröffentlicht:
„Tabellarische Biographie: www.dhm.e/.lemo/atml/bio Den Lesern, die sich einen gewissen
Überblick über „Niedersächsische Autoren“ verschaffen wollen, kann der Kauf des
Buches empfohlen werden. Vom Herausgeber und von der Autorin wurde mitgeteilt,
daß zu Löns demnächst ein geänderter Text im Internet erscheinen wird. Gerhard Zahmel “Dichter,
Denker, Eigenbrötler - 30 niedersächsische Klassiker”, herausgegeben von Klaus
Seehafer, Leda-Verlag, Taschenbuch, 317 Seiten, davon eine Abhandlung über
Hermann Löns auf den Seiten 212 bis 219, Erscheinungsjahr 2003, Preis 14,70 €,
ISBN 3-934927-41-6 Internet Einige Artikel dieses Heft finden Sie auch im Internet. Schauen Sie doch einmal unter
http://www.walsrode-net.de/ nach. Verband
der Hermann-Löns-Kreise in
Deutschland und österreich E. V. 1. Vors.: Verw.-Angest. i. R. Monika
Seidel, Flachsröten 4, 29664 2. Vors.: Karl-Heinz Beckmann, An der
Vogelrute 46-50, 59387 Asche-berg-Herbern, Tel.: 02599/1886, e-mail:
K.h.beckmann@euroroll.de; Fax: 02599/7300; Geschäftsführer:
unbesetzt; Pressereferent:
unbesetzt; Schriftführer: Stadtamtsrat Gerhard
Zahmel, Anschr. u. Tel.: s.u.;
Vorstandsmitglied: Prof. Dr. Fritz Fricke, Hermann-Löns-Str. 9, Walsrode,
Tel.: 05161/3588 Anschrift der Geschäftsstelle: Hermann-Löns-Str. 8, 29664 Walsrode Geschäftskonten: Kreissparkasse Walsrode, Nr.
1 341 890 (BLZ 251 523 75) Spendenkonto für Löns-Standbild: Kreissparkasse Walsrode, Nr.
1534536 (BLZ 251 523 75) Spendenkonto für Löns-Gedenkstätten: Kreissparkasse Walsrode, Nr.
1497551 (BLZ 251 523 75) IMPRESSUM H E R M A N N
- L Ö N S - B L Ä T T E R Druck:
J. Gronemann KG, Walsrode
ISSN 0935 - 5316 Löns-Mitteilungen II/1998 Löns-Mitteilungen III/1998 Löns-Mitteilungen I/1999 Löns-Mitteilungen II/1999 Löns-Mitteilungen I/2000 Löns-Mitteilungen II/2000 Löns-Mitteilungen III/2000 Löns-Mitteilungen IV/2000 Löns-Mitteilungen 2001 Löns-Mitteilungen I/2002 Löns-Mitteilungen II/2002 Löns-Mitteilungen III/2002 Löns-Mitteilungen IV/2002 Löns-Mitteilungen V/2002 Löns-Mitteilungen I/2003 Löns-Mitteilungen II/2003
Zuletzt geändert am: 31.10.2003 |