Kultur
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![]() Aus
„Hermann-Löns-Blätter“ Heft 4/2002 Hermann
Löns Mitteilungen
des Verbandes der Hermann-Löns-Kreise in Deutschland und Österreich e.
V. Geschäftsstelle:
Hermann-Löns-Straße 8, 29664
Walsrode, Tel. 05161/977 197 Allgemeiner Teil Löns-Schilderungen über den Raum WalsrodeIn Heft 1/2002 der „Hermann-Löns-Blätter“ ist mitgeteilt worden, daß in loser Reihenfolge Hermann Löns mit Schilderungen über den Raum Walsrode zu Wort kommen soll. Am 28.11.1934 hat der „Hannoversche Anzeiger“ unter der Überschrift „Bilder aus der Heide“ den folgenden Artikel abgedruckt, der in der Zeit zwischen 1893 und 1894 geschrieben und auch in der Weihnachtsnummer des Jahres 1893 im „Hannoverschen Anzeiger“ veröffentlicht worden ist. Bei den HeidebauernWie lauscht, vom Abendschein umzuckt, Die strohgedeckte Hütte. Recht wie im Nest der Vogel duckt - Aus dunkler Föhren Mitte. Annette von Droste-Hülshoff (Das Haus in der Heide) Kurz nach dem Mittagessen holte mich ein
Geschäftsmann, der auf einigen Dörfern zu tun hatte, vom Hotel in Walsrode
ab,
wir marschierten die Landstraße nach Visselhövede zu, die sich vor allen mir
bekannten Landstraßen dadurch auszeichnet, daß prächtige starke Eichen ihre
Seiten säumen. Die Gegend zur Rechten und Linken läßt einen fast vergessen,
daß
man sich in der übelbeschrieenen „Lüneburger Heide“ befindet,
und ich glaube,
wenn man Sachsen, Pfälzer oder Schlesier urplötzlich hierhin versetzte, so
würden sie große Augen machen und ihre Meinung von der „öden, kahlen
Heide“
schnell in das Gegenteil ändern. Rings um uns hügeliges, wohlangebautes Land
und Waldung, überall, wohin das Auge schweift. Zur linken Hand zieht die
schöne
Eckernworth die Hügel hinab; rechts reihen sich Gehölze und Waldungen zu
bunten
Landschaftsbildern aneinander; sehr malerisch taucht das Gut Hilperdingen
aus
hohen Bäumen hervor. Dann wieder durchschneidet der Riesbach die Landstraße;
an
ihr liegen grüne Wiese. Erlen und Weiden bilden malerische Gruppen und die
benachbarte dunkle Heide mit dem noch dunkleren Wacholder sticht prächtig
mit
ihren ernsten Farben von dem heiteren Wiesengrün ab. Überhaupt muß man es
sich
ganz abgewöhnen, sich unter der „Lüneburger Heide“ eine ebene,
sandige, mit
Heidekraut bewachsene Fläche vorzustellen, deren Hauptmerkmale Eintönigkeit
und
Langweiligkeit sind. Selbst die einfachste Heide ist nie langweilig, sie
bietet
ebenso viele, nur ganz andere Naturschönheiten als das Gebirge, die
Flußtäler
und der Mischwald der Ebene. Nur ein Großstädter, dem jedes wahre Gefühl für
Naturschönheit abgeht, kann die Heide langweilig und dort die Natur auf der
Höhe finden, wo sie mit Bänken und Tischen, Bier, Butterbrot und Konzert
vermischt ist. Wer sich gehörig über seine Heimat unterrichten will, der
lese
das reizend geschriebene, bebilderte Prachtwerk „Die Provinz
Hannover“ von
Johannes Meyer, das keinem Hannoveraner unbekannt bleiben sollte. Das Gebiet
der Heide hat in diesem Buche Oberlehrer H. Steinvorth, früher in Lüneburg,
jetzt in Hannover, ausführlich und mit Liebe behandelt. Derselbe Forscher
schreibt an anderer Stelle: „Wohl nirgends ist der Gegensatz von Wald,
Feld,
Wiese, Bruch und Heide so wirkungsvoll und mannigfaltig als in der
verkannten
Heimat der Heidschnucken. Darum hat auch die Lüneburger Heide in der letzten
Zeit so viele Lobredner gefunden.“ „Die Heide fürchtet nur, wer nicht so
glücklich ist,
sie zu kennen.“ Ich glaube, die Zeit ist nicht mehr weit, wo die
Lüneburger
Heide den Gebirgskurorten eine böse Konkurrenz machen wird. Sie bietet reine
Luft, wundervolle Partien und vor allem staublosen Sonnenschein, der dem
Städter so sehr fehlt. Auf unserem Wege begegneten uns mehrere
Torfwagen,
hoch bepackt mit dem braunen Brennmaterial. Langsam schritten die Pferde
aus,
und langsam schritt der Bauer nebenher, weite blaue Leinenhosen und eine
ebensolche Jacke über dem Wollzeug tragend, und behaglich sein Pfeifchen
rauchend. Auch ein Hilfsbriefträger in Bauerntracht, die weiße Binde am
linken
Arm, gesellte sich zu uns. Als wir an den „Drei Kronen“
vorbeikamen, wo er
ebenfalls zu tun hatte, schlug er mir einen „Lüttgen“ nicht ab.
Das zur
Wirtschaft gehörende Gut ist ein schönes Besitztum; es beweist, was mit
Fleiß
und Energie aus der Heide zu machen ist. Der Besitzer hat sich einen
starken,
tiefgehenden Pflug angeschafft, den er auch an Nachbarn verleiht. Mit ihm
ist
es möglich, die zähe, feste, mit Raseneisen und Millionen von kleinen und
großen Steinen durchsetzte Heidedecke umzubrechen und urbar zu machen. Viel
Schweiß und saure Mühe kostet es allerdings, ehe der Acker von der
Steinplage
befreit ist; aber die Steine selbst geben wieder sehr schätzbares, billiges
Material für die trefflichen Landstraßen. Nachdem ich in den Stallungen den großen
Viehbestand
bewundert hatte, bogen wir von der Landstraße in einen Weg ab, der uns durch
ein Stück Heideland führte, das sich im Schmuck des Rauhreifs ganz wundersam
ausnahm. Heidekraut und graues Rentiermoos, struppiger Wacholder und
windzerzauste Fuhren, schlanke Birken und malerische Tannen - alles prangte
in
silbern gleißendem Winterschmuck, so daß mir von selbst die Verse
kamen: Fein gemacht hast du
dich,
Heide, Fein geputzt zum
Weihnachtsfest. Hast geschmückt mit
weißem
Kleide Selbst am Weg den
Heiderest. Silberflitter in den
Haaren, Silberranken im Gewand
- Deinen Zauber willst du
wahren, Wenn verödet alles
Land. Mit kristallnem
Flitterkleide Schmückst du deiner
Fuhren
grün Und das braune Kleid der
Heide Läßt du selbst im Winter
blühn. Nach kurzer Wanderung gelangten wir in das Dorf
Hünzingen und auch bald nach dem Bauernhof, wohin ich eingeladen war. Mein
Begleiter wollte sich hier verabschieden, da er noch weitere Wege zu
besorgen
hatte; aber der Bauer hatte ihn schon gesehen, und nun half kein
Widerstreben;
er mußte unter das gastliche, mächtige Strohdach eintreten. In der
geräumigen
Küche herrschte reges Leben; das Weihnachtsferkel war geschlachtet worden,
und
die Zubereitung der Grütz-, Rot- und Leberwürste nahm alle Hände in
Anspruch.
Freundlich hieß uns die Bäuerin willkommen, aber die Hand wollte sie mir
nicht
geben, da sie als fleißige Hausfrau beim Wurstbreikneten war, so mußte ich
mich
mit einem Finger begnügen. Am großen Tisch in der Mitte der Küche standen
und
saßen Mägde, Frauen und Burschen, die Kätner des Bauern, und stopften und
wiegelten, daß es eine Freude war. Das einzige Kind aber, ein allerliebstes
zweijähriges Mädel, spielte mit Pollo, dem schwarzweißen Hofhunde, der nur
ungern sich zum Spielzeug hergab und lieber nach den leckeren Brocken
schnappte, die ab und zu für ihn abfielen. Alles sah so gemütlich, heimisch
und
idyllisch aus, daß ich an die Worte aus Storms Heidelied
dachte: „Kein Klang der
aufgeregten
Zeit Drang noch in diese
Einsamkeit“. Und ich dachte mir, wie gut es sich hier leben ließe unter dem mit den hölzernen Pferdeköpfen an den Giebelenden geschmückten schweren Strohdach, in der braunen Heide, im Sommer, wenn sie rosig erglüht, und im Winter, wenn sie silbern erglänzt, und alles ist dann so ganz anders als in der Stadt, viel einfacher, aber auch nicht so hastig und übertrieben. Und dann führte uns der Bauer in die beste Stube;
ich sah feine Teppiche, lange Spiegel zwischen den Fenstern, Plüschmöbel,
eine
Zeitungsmappe, ein sauber gehaltenes Wirtschaftsbuch auf dem Tische,
überhaupt
eine „gute Stube“, wie sie der Städter auch hat, und ich dachte:
Nun gefällt
mir das Strohdach noch besser. Ich bat aber den Bauern, sich unseretwegen
keine
Umstände zu machen, da ich lieber in der warmen Küche blieb, wo die
Wiegelmesser gehandhabt wurden und die Würste in dem mächtigen Kessel
brodelten.
Als der Walsroder Geschäftsmann nach einem tüchtigen Schluck guten Korns
sich
verabschiedete, wollte auch ich gehen, aber das gab es nicht. Ich war
eingeladen und sollte die frische Wurst probieren. Ein Viertelstündchen schlenderte ich noch in den
Feldern und dem schönen Tannenholz des Bauern umher, besah mir Garten, Vieh,
Schuppen und Stallungen und kehrte dann unter das gastliche Dach zurück, wo
die
heiße Wurst bereits lieblich auf den Tellern dampfte. Tapfer griff ich zu;
denn
ich sah es den frohen Augen der Bäuerin an, daß sie gern gab, und der Weg
hatte
mir guten Hunger verschafft, den das schöne Aussehen der Wurst und ihr
kräftiger Geschmack noch erhöhte. Als es dunkelte und vom Dachfirst das Käuzchen
mit
lautem „Komm mit“ mich an den Heimweg erinnerte, erscholl
draußen ein lustiges
Pfeifen; der Walsroder war wieder da, diesmal aber mit seinem Gespann, das
er
unterwegs getroffen hatte. Besser konnte ich es nicht treffen, obgleich ich
den
Weg durch die Heide nicht scheute. So machte ich mich reisefertig und
verabschiedete mich von meinen lieben Gastgebern, die das Maß ihrer
Liebenswürdigkeit damit voll machten, daß sie mir zum Weihnachtsfest eine
hohe,
schlanke Tanne verehrten, deren Äste fein säuberlich an den Stamm gebunden
waren. In flottem Trabe ging es dann heim. Ich hatte
noch
eben Zeit, mich im Hotel für die Verpflegung zu bedanken; dann eilte ich zum
Zuge, der mich hannoverwärts führte. Jetzt, wo ich dieses schreibe, steht grünend und
schlank hinter mir die bunt geputzte Heidetanne; braunes Heidekraut, lange
Ginsterruten und blaubeerige, krause Wacholderbüsche nicken aus den Vasen
des
Schreibtisches auf mich herab, und ihr herber Duft erinnert mich an die
schöne
Heidefahrt um Weihnachten, die ich nie vergessen und die ich wiederholen
werde,
wenn die Bienen über die rotprangenden Flächen schwirren und der Gesang der
Heidelerchen vom blauen Heidehimmel süß herabtönt. Hermann Löns Aus den Lönskreisen Hermann-Löns-Kreis
Lüneburger Heide Minister Bartling nahm am Hermann-Löns-Gedächtnislauf teilZum 9. Male wurde der Volkslauf gemeinsam mit dem
Heidepark Soltau und dem MTV Soltau ausgetragen. Die ungebrochene
Attraktivität
zeigte sich am diesjährigen höchsten Meldeergebnis. 2.600 Läuferinnen und
Läufer aus ganz Deutschland hatten sich zum 34. Hermann-Löns-Gedächtnislauf
am
14. September 2002 angemeldet. Prominentester Starter war Niedersachsens
Sportminister Heiner Bartling. Die überwiegende Anzahl der Teilnehmer setzte
sich aus Kindern und Hobbyläufern zusammen. Dabei war die jüngste gemeldete
Teilnehmerin Jahrgang 1999, während der älteste Teilnehmer aus Celle dem
Jahrgang 1920 angehörte. Für die meisten Läuferinnen und Läufer galt der
olympische Gedanke, daß die Teilnahme das wichtigste sei. Die Verbindung von
sportlicher Attraktivität, ergänzt durch die Freizeitmöglichkeiten im
Heidepark
Soltau stehen weiterhin voll im Trend und erklären die große Teilnehmerzahl.
Die Veranstaltung mit dem Namen Hermann-Löns-Gedächtnislauf ist natürlich
auch
eine Werbung für Hermann Löns. Gerhard Zahmel Jahreshauptversammlung in Walsrode Der Hermann-Löns-Kreis Lüneburger Heide hielt seine Jahreshauptversammlung (JHV) im Walsroder Hotel Hannover ab. Vorsitzender Wolfgang Doose konnte neben der 1. Vorsitzenden des Verbandes der Hermann-Löns-Kreise in Deutschland und Österreich, Monika Seidel, auch wieder drei neue Mitglieder in den Reihen der Löns-Feunde begrüßen. So unter anderem Friedrich Otto Ripke, den CDU-Kreis- und Bezirksvorsitzenden aus Ahlden. Ripke hatte sich in der zurückliegenden Zeit schon bei den verschiedensten Gelegenheiten als Löns-Kenner und -liebhaber „geoutet“. Vorsitzender Wolfgang Doose aus Uetzingen ließ in seinem Jahresbericht noch einmal die Höhepunkte des abgelaufenen Vereinsjahres aufleben. Da sich die Löns-Freunde natürlich dem Schrift- und Liedgut des Heidedichters verpflichtet fühlen und dieses gerne pflegen, war selbstverständlich im Rückblick der Liederabend mit dem Löns-Interpreten Klaus Engling aus Celle ein besonderer Höhepunkt. Keine Frage war es für die anwesenden Mitglieder, daß die Löns-Hütte im Westenholzer Bruch von den Löns-Freunden Wolfgang Doose und Klaus Zimmermann renoviert wurde. Dank und Anerkennung der Versammlung war den beiden Mitgliedern sicher. Weniger Erfolg, so Doose, hatte das Angebot des Löns-Kreises für das Ferienprogramm der Stadt Walsrode. Ferienkinder aus der Löns-Stadt hätten an einer Fahrt zum Pferdemuseum in Verden Teil nehmen können. Selbst intensivste Werbung, so Wolfgang Doose, in den Schulen brachte keine ausreichende Teilnehmerzahl für diese Busfahrt. Unterstützt wurde auch wieder der so beliebte Mahl- und Backtag in der Westenholzer Mühle im Juni dieses Jahres. Lobend erwähnt wurde auch Löns-Freund Hermann Mackenthun aus Westenholz, der sich wieder aufopfernd um die Betreuung der Löns-Hütte gekümmert hat. Abschließend ging Doose in seinem Jahresbericht auf die Podiumsdiskussion am 30. August 2002 zur Errichtung eines Löns-Denkmals in Walsrode ein. Zahlreiche Löns-Kreis-Mitglieder hatten an der Diskussion teilgenommen. Die Meinungen im Löns-Kreis über dieses Thema sind immer noch geteilt, so war am Rande der Jahreshaupt-versammlung zu vernehmen. Für den folgenden Dia-Vortrag „Natur vor der Haustür“ konnte Hinrich Eggers aus Wietzendorf gewonnen werden. Er zeigte hervorragende Aufnahmen von der heimischen Flora und Fauna. Kenntnisreich beschrieb er die Motive und seine Erlebnisse beim Fotografieren. Die Zuschauer dankten mit viel Applaus. Die Versammlung wurde entsprechend stilgerecht von einem gepflegten Essen und Löns-Liedern untermalt. Hartmut Wehler Projekt: Zaun und Schnucken im Tietlinger WacholderhainDa sich trotz früherer Hilfsaktionen das Gelände
nicht ausreichend pflegen ließ, hatten sich der Landkreis
Soltau-Fallingbostel,
der Verband der Hermann-Löns-Kreise in Deutschland und Österreich, der
Verein
zur Erhaltung der Heideflächen im Bereich Bomlitz, Fallingbostel und
Walsrode
sowie die Gesellschaft für Kommunale Dienstleistungen vor kurzem
entschlossen,
17 ha des Tietlinger Wacholderhains einzäunen zu lassen.
Der Bad Fallingbosteler Heidschnuckenhalter Klaus
zum Berge schickte seine Herde mit über 90 grauen, gehörnten Heidschnucken
auf
die Heideflächen, und der „Fremdbewuchs“ landete konsequent in
den
Schnuckenmägen. Alle Beteiligten haben eine positive
Zwischenbilanz
gezogen: Der Zaun bewährt sich, und der Einsatz der Tiere ist erfolgreich.
Künftig werden Der Löns-Verband hat sich aus dem Spendentopf
„Pflege des Löns-Grabes“ mit 1.500 € an diesem Projekt
beteiligt. Allen
Spendern sei an dieser Stelle nochmals herzlich
gedankt. Monika Seidel Sonstige Hermann-Löns-Nachmittag in GernrodeDie 1. Vorsitzende des „Löns-Verbandes“, Monika Seidel, führte mit dem bekannten Löns-Interpreten Klaus Engling zum zehnten Mal einen Löns-Nachmittag im Pflegeheim „Hagental“ in Gernrode (Harz) durch. Sie waren eigens aus dem Anlaß in die Partnerstadt gereist, um den Seniorinnen und Senioren über sein Leben und aus den Werken des Dichters vorzutragen und um ein wenig zur Abwechslung beizutragen. Nach der Begrüßung durch die Pflegedienstleiterin, Schwester Marion, stimmten die beiden Löns-Freunde mit ihren Instrumenten, Akkordeon und Gitarre, in das gemeinsame Lied „Auf der Lüneburger Heide“ ein, das nach einem Vorspiel von den Teilnehmern als großer Chor mitgesungen wurde. In lockerer Folge wechselten Prosa, Lyrik und Lieder mit Instrumental-Begleitung. Die Auswahl der Texte war auf die Jahreszeit abgestimmt, so „Das Buchenblatt“, „Der Herbst“, „Die Kutschfahrt“, „Die Grippe“ und „Die Hohltaube“, um nur einige aus dem reichen Repertoire zu nennen. Dabei wurde bei einigen Melodien auf den heimischen Tondichter Ludwig Rahlfs hingewiesen. Natürlich durften Geschichten aus der Lüneburger Heide und um Schäfer Ast nicht fehlen. Bei der Schilderung „Die Eilenriede“ gab es literarisch einen Abstecher in die Landeshauptstadt Hannover. Gleich einem roten Faden zog sich bei Klaus Engling ein feiner Humor durch seine Vorträge, wobei sich viel Heiterkeit auf die Zuhörer übertrug. Der Vortragende verstand es gut, das Publikum direkt anzusprechen oder zur Mitwirkung aufzumuntern. Selbst die selten gehörte Okarina mit ihren weichen und melancholischen Tönen kam bei einigen Liedvorträgen zu Gehör. Die beiden Löns-Freunde bewiesen in der Instrumental-Begleitung ein so einfühlsames und harmonisches Zusammenspiel, so daß die Zuhörerschaft den Eindruck des täglichen gemeinsamen Musizierens gewinnen mußte. Das Lied „Rosemarie ...“ beschloß im gemeinsamen Gesang den Löns-Nachmittag in Gernrode. Heinz-Joachim Kühn Neuerscheinungen/Alte
Bücher Buchrezensionen
Hermann Löns:
Duodez Löns war vom 1. November 1907 bis zum 30.
September
1909 als Chefredakteur der „Schaumburg-Lippischen
Landes-Zeitung“ tätig. Er
hoffte, in der Provinz mehr Muße für seine literarische Arbeit zu finden. In
der engen Welt des Kleinstaates war aber kein Platz für den unsteten Löns.
Er
reagierte mit der schneidenden Satire Duodez. Auch heute, rund 90 Jahre
später,
hat der Text nicht an Schärfe verloren. Schaumburg-Lippe ist nach wie vor im
übertragenen Sinne überall. Im Sponholtz-Verlag gibt es eine gebundene
Ausgabe
von „Duodez“. Der Verlag NordPark hat im Jahre 2001 die Satire
über das
Fürstentum Schaumburg-Lippe neu aufgelegt. Auf dem Schutzumschlag befindet
sich
ein Ausschnitt einer Zeichnung von Hermann Löns. Auf den Seiten 13 bis 19
beschreibt Dr. Thomas Dupke in einem biographischen Beitrag Löns‘
Aufenthalt in
Bückeburg. Dieser Text und die folgende Zeittafel sind seinem Buch
„Mythos und
Wirklichkeit“ entnommen worden. Die Satire ist ein
„Leseerlebnis“. Geza Hermann Löns: Duodez; mit einem biographischen Beitrag und einer
Zeittafel von Dr. Thomas Dupke, Erscheinungsjahr 2001, NordPark Verlag,
Klingelholl 53, 42281 Wuppertal, Tel. 0202/511089, 28 Seiten, geheftet, 6,20
Euro, ISBN 3-935421-01-X Hrsg. Kurt U. Bertrams: „Gaudebamus“„Gaudebamus“ heißt das von Kurt U. Bertrams herausgegebene Bändchen, in dem bekannte Persönlichkeiten über ihre Korporationen schreiben. Neben Rudolf Eucken, Literaturnobelpreisträger, (Frisia Göttingen), Heinrich Heine (Guestphalia Göttingen) oder Ludwig Thoma (Suevia München) - und 32 weiteren Persönlichkeiten - ist auch Hermann Löns (Cimbria) auf den Seiten 130 bis 134 vertreten. Es sind zwei Briefe und ein Gedicht („Ich bin als Fuchs nach Gryps gekommen ...“) veröffentlicht, das er „den Füchsen von heute und immerdar“ zur Weihnachtskneipe 1913 gewidmet hat. Die zwei Briefe sind mit dem 3. und 7. Februar 1888 datiert und an seinen Kommilitonen Max Apffelstaedt gerichtet. Löns schreibt über sein ungestümes Leben. Immerhin sollte man wissen, daß er anläßlich seines Studiums in Greifswald erstmalig das elterliche Haus verlassen hatte. „Gaudebamus“ ist sehr lesenswert. Zwischenzeitlich ist Band II (ISBN 9-933892-37-6) erschienen mit weiteren prominenten Politikern, Schriftstellern usw. Darunter sind auch solche Autoren, von denen man überhaupt nicht erwartet hätte, daß sie jemals einer Korporation angehörten. Geza „Gaudebamus“,
Hrsg. Kurt Ulrich Bertrams, WJK-Verlag, Nordstr. 9, 40724 Hilden, 184
Seiten,
Erscheinungsjahr 2001, Format 13 x 18,5 cm, Paperpack, 12,70 €, ISBN
9-933892-33-3 Hermann Löns: Tiergeschichten Bei dem Buch „Tiergeschichten“ handelt es sich um kein neues Buch, denn es ist bereits 1996 als Lizenzausgabe im Gondrom Verlag, Bindlach, erschienen. Weshalb an dieser Stelle aber auf dieses Buch hingewiesen wird, ist der Umstand, daß neben den bekannten Tiergeschichten die „Selbstbiographie“ von Hermann Löns abgedruckt ist. In anderen noch im Handel befindlichen Büchern ist sie nicht mehr zu finden. Bekanntlich erschien die Autobiographie von Löns 1909 in der Literaturzeitung „Eckart“. Wer also nachlesen möchte, was Löns selbst über sein Leben schreibt, dem sei dieses besonders preiswerte Buch empfohlen. Geza „Hermann Löns:
Tiergeschichten“, mit Illustrationen von Paul Haase, die
Selbstbiographie ist
dem Löns-Gedenkbuch, 20. Auflage 1924, entnommen; 574 Seiten, Lizenzausgabe
für
Gondrom Verlag, Bindlach, 1996, Preis 5,95 €, ISBN
3-8112-1402-0 CD Hannes Wader singt Volkslieder Auf der CD singt Hannes Wader 15 Lieder. Dazu zählen z.B. „Innsbruck, ich muß Dich lassen“ oder „Wenn alle Brünnlein fließen“. Als einziges Lied mit Text von Hermann Löns ist auf ihr enthalten „Als ich gestern einsam ging“. Wader schreibt dazu: „Von Hermann Löns getextet, 1911 von K. Blume vertont, war dieses Lied lange ebenso populär wie geschmacklich umstritten. In meiner Kindheit wurde dieses Lied oft von alten Tanten sonntags im Kaffeegarten, mehrstimmig, in schwül-schluderndem Ton gesungen. Seitdem mag ich es.“ Die CD stammt aus dem Jahre 1990, ist aber noch im Handel erhältlich. Geza „Hannes Wader
singt Volkslieder“, 15 Lieder, darunter 1 Löns-Lied, CD Nr. 842789-2
Mercury/Phonogram, produziert 1990, für 12,95 € im Handel erhältlich
Internet Einige Artikel dieses Heftes finden Sie auch im
Internet. Schauen Sie doch einmal
unter http://www.walsrode-net.de/
nach. Verband
der Hermann-Löns-Kreise in
Deutschland und österreich E. V. 1.
Vorsitzende:
Verw.-Angest. i. R. Monika Seidel, Flachsröten 4, 29664 Walsrode, Tel.:
05161/6777, zwei gleichberechtigte 2. Vorsitzende: 2.
Vors.: Buchhändler Harald
Cajka,
Hauptstraße 60 A/14, A-3021 Preßbaum bei Wien, Tel. v. Deutschl.:
0043/2233/52792; 2.
Vors.: Karl-Heinz Beckmann, An
der
Vogelrute 46-50, 59387 Ascheberg-Herbern, Tel.: 02599/1886, Fax: 02599/7300,
e-mail: K.h.beckmann@euroroll.de; Geschäftsführer:
unbesetzt; Pressereferent:
Jura-Student Rüdiger-Mirco Nijenhof, Celler Straße 9, 29664 Walsrode, Tel.:
05161/603383; Schriftführer:
Stadtamtsrat Gerhard Zahmel, Anschr. u. Tel.: s.u.; Vorstandsmitglied: Prof. Dr. Fritz Fricke, Hermann-Löns-Str. 9,
29664 Walsrode, Tel.: 05161/3588. Anschrift
der
Geschäftsstelle: Hermann-Löns-Straße 8, 29664 Walsrode Geschäftskonten: Kreissparkasse Walsrode, Nr. 1 341 890 (BLZ 251
523
75) Spendenkonto
für Löns-Standbild: Kreissparkasse Walsrode, Nr. 1534536 (BLZ 251 523
75) Spendenkonto
für Löns-Gedenkstätten: Kreissparkasse Walsrode, Nr. 1497551 (BLZ 251 523
75) IMPRESSUM H E R M A N N - L Ö N S - B L Ä T T E
R ISSN 0935 - 5316 - Druck:
J.
Gronemann KG, Walsrode
Zuletzt geändert am: 26.04.2003 |