Kultur
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![]() ![]() Wie bekannt, verlebte Löns seine Jugendzeit in Deutsch Krone (Walcz). 1868 hatte sein Vater eine Lehrerstelle am Gymnasium angetreten. Er errichtete dort für seine große Familie ein Wohnhaus, das in den letzten Monaten mit Hilfe der Stiftung Deutsch Krone/Bad Essen und mit Privatspenden ehemaliger Deutsch Kroner Einwohner unter Federführung der jetzigen Stadtverwaltung restauriert wurde.
Die Stiftung Deutsch Krone/Bad Essen teilt mit, daß eine Gedenktafel künftig darauf hinweisen soll, daß "in diesem Hause der international bekannte Dichter Hermann Löns während seiner Jugendzeit lebte. Die Enthüllung dieser Gedenktafel wird im Einvernehmen mit dem Bürgermeister von Walcz, Herrn Zdislaw Tuderek, am Gründonnerstag, dem 9. April 1998, um 11.00 Uhr, `am Löns-Haus', ul. Bankowa 21 (fr. Schulte-Heuthaus-Straße 21), stattfinden. Das Programm sieht Kurzansprachen in deutscher und polnischer Sprache sowie den Vortrag eines Löns-Liedes vor." Die Stiftung lädt alle Mitglieder des Löns-Verbandes zu der Feierstunde herzlich ein. Der Löns-Verband hat die Absicht, bei ausreichender Teilnehmerzahl einen Bus auf Kosten des Verbandes zu mieten. Eine Fahrgemeinschaft mit der Stifung ist aus verschienden Gründen leider nicht möglich. Die Unterbringung hat auf eigene Kosten zu geschehen. Die Stifung ist uns bei der Hotelunterbringung behilflich und hat auch schon Hotels in Deutsch Krone, Tütz und Schneidemühl benannt. Mitglied Gerhard Werner als Kenner der örtlichen Gegebenheiten wird uns führen. Die Abfahrt ist am 8. April in der Frühe in Walsrode vorgesehen, sofern die Mehrheit nur Deutsch Krone besuchen will. Falls zusätzlich auch Kulm besucht werden soll, sind 2 Hotelübernachtungen nötig, Abfahrt dann 7. April. Die Rückfahrt erfolgt sofort nach dem Ende der Feierstunde. Kosten können leider noch nicht genannt werden. Wegen der Kurzfristigkeit
des Bekanntwerdens der Einladung bitte ich um sofortige Fahrtanmeldung
beim Schriftführer Zahmel,
Dr. Ernst-Wilhelm
Bussmann, 1. Vorsitzende
Am 17. Februar starb im 103. Lebensjahr der Schriftsteller Ernst Jünger. Weit gingen die Meinungen über den am 29. März 1895 in Heidelberg geborenen Autor auseinander. Aufgrund seiner Tagebücher aus dem Ersten Weltkrieg "In Stahlgewittern" wurde er als Kriegsverherrlicher gescholten. Der Verfasser von Essays wie "Über den Schmerz" oder "Die totale Mobilmachung" sah sich dem Vorwurf ausgesetzt, ein Wegbereiter der Nationalsozialisten gewesen zu sein. Der Schöpfer der Erzählung "Auf den Marmorklippen" galt andererseits als mutiger Anprangerer der Greueltaten in den Konzentrationslagern.
Während Jünger in Frankreich im Ruf stand, einer der wichtigsten Gegenwartsautoren zu sein, verhinderten Vorurteile in Deutschland oftmals eine Auseinandersetzung mit dem Werk eines Mannes, der wie kein zweiter Zeuge dieses Jahrhunderts war. Jünger teilte mit Hermann Löns das Schicksal, vorschnell in Schablonen gepreßt zu werden, statt daß frei von ideologischen Scheuklappen die Bücher gelesen wurden. Übrigens: Im Mai 1917 wurde Ernst Jünger, der sich gleich bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges freiwillig gemeldet hatte, die Führung der vierten Kompanie des Füsilier-Regiments 73 übertragen. Jünger notierte dazu in den "Stahlgewittern": "In ihr war im Herbst 1914 der niedersächsische Dichter Hermann Löns vor Reims als Kriegsfreiwilliger gefallen, fast fünfzig Jahre alt." An Löns' Roman "Der Wehrwolf" lobte er, trotz der seines Erachtens vergröbernden und holzschnittartigen Manier, "einen Zufluß von alten Sagas, vom alten Nomos". Wolfgang
Brandes
Ihre
Redaktion
Das "Paulinum" in Münster erhebt den Anspruch, Deutschlands ältestes Gymnasium zu sein; seine Gründung erfolgte durch Karl den Großen und wird in das Jahr 797 datiert. Zum Jubiläum ist unter dem Titel "1200 Jahre Paulinum in Münster. 797 - 1997" soeben ein stattlicher Band von 735 Seiten Umfang erschienen, der die wechselvolle Geschichte dieser Bildungsanstalt aufarbeitet. Die Zahl der durch diese Schule geprägten Persönlichkeiten, die durch ihr Amt der Gesellschaft - namentlich Staat und Kirche - gedient haben, verlangt nach einer Würdigung. Eine solche liegt vor unter der Überschrift "Bekannte Abiturienten des Gymnasiums Paulinum des 19. und. 20. Jh.". Wie zu erwarten, hat in dieser Ehrengalerie auch Hermann Löns seinen Platz. Es heißt dort: "Hermann Löns, Abitur 1887, 29. August 1966 Kulm - 26. September 1914 (gefallen) Loivre/Frankreich, Studium der Zoologie in Münster, Greifswald und Göttingen (ohne Abschluß), danach journalistische Tätigkeit, veröffentlichte zahlreiche Erzählungen, Romane und Tiergeschichten (Mümmelmann), die aufgrund ihrer naturnahen Schilderungen für Aufsehen sorgten, einer der bedeutendsten Landschaftsdichter seiner Zeit, feinsinniger Lyriker, scharfer Gegner moderner Gesellschaftsentwicklungen, sein umfangreiches Werk wurde später von den NS-Machthabern vereinnahmt." (S. 218 - 219) Ein weiterer Eintrag findet sich unter dem Stichwort "Straßennamen": "Lönsstraße.
1927 - Hermann Löns (1887), * 29.8.1866 in Culm/Westpreußen,
gefallen als Kriegsfreiwilliger am 26.9.1914 vor Reims. Dichter und Erzähler,
Schriftsteller der norddeutschen
Was Landois und Westhoff für den Dichter bedeuteten, und worin ihr Rang darüber hinaus besteht, hat er selbst in Beiträgen dargestellt, die Wilhelm Deimann 1927 unter dem Titel "Gedanken und Gestalten" veröffentlichte. In "Münsters volkstümlichster Mann" bezeichnete Löns sich als Schüler von Landois (1835 - 1905). Die Würdigung des Privatdozenten Dr. Fritz Westhoff (1857 - 1896), Assistent von Landois, trägt die Überschrift "Ein Niedersachse". "So manchen Schritt habe ich mit dem Verstorbenen gemacht, so manche Sammeltour durch Heiden und Venne, zwischen Wallhecken und Büschen..." Wie den Dichter Hermann Löns hat die Stadt Münster auch Landois und Westhoff dadurch geehrt, daß sie Straßen nach ihnen benannt hat. Daß der Vater unseres Dichters Lehrer am Paulinum war, wird allerdings nicht erwähnt.
Gewürdigt wird mit Friedrich Castelle (1879 - 1954) auch der Herausgeber der ersten Gesamtausgabe der Werke von Löns: Sämtliche Werke in acht Bänden. Verlag Hesse & Becker, Leipzig 1924.
Dr. Widar Lehnemann,
Lünen
Unter "Walsrode/Hermann
Löns", sind jetzt auch Auszüge aus den "Hermann-Löns-Blättern"
und weitere Informationen über Löns im Internet zu finden (http://www.walsrode-net.de/).
Die Resonanz ist erfreulich. Der erste Anruf bei der Geschäftsstelle
erfolgte von Horst Claes, Hohenhameln bei Peine, der weitergehende Auskünfte
über Löns wünschte.
Gerhard
Zahmel
Geza
Der Rat der Stadt Walsrode hat in seiner Sitzung am 16. Dezember 1997 einen Weg in der Ortschaft Honerdingen, in deren früheren Gemeindegrenzen das Löns-Grab liegt, nach dem Stifter des Tietlinger Wacholderhains, Wilhelm Asche, benannt. Damit hat die "Hermann-Löns-Stadt" einen Mann geehrt, der untrennbar mit dem Gedenken an Löns verbunden ist.
Alfons Bauer, Volksmusiker und Zitherspieler, ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Für seine Verdienste um die volkstümliche Musik erhielt der Musiker 1975 die Hermann-Löns-Medaille. Schon als Achtjähriger hatte der gebürtige Münchner die ersten Griffe auf der Zither gelernt und mit 15 Jahren die erste Schallplatte aufgenommen. Er spielte auch zusammen mit dem Orchester James Last und dem Berliner Rundfunkorchester Melodien von Johann Strauß bis Robert Stolz und Ralph Benatzky ein. Geza
Vögel in der Weltliteratur, Manesse-Verlag, Zürich 1987. Neben Goethe, Rilke, Iwan Turgenjew ist Löns mit den Schilderungen "Der Feldsperling" und "Die Rohrsänger" vertreten. Der Reden-Berater, die besten Zitate für 1997, Verlag Norman Rentrop. In diesem Buch ist auf Seite 23 zum Stichwort "Stille" folgendes gedruckt:
Laß Deine Augen offen
sein,
Hermann Löns (1866 -
1914) dt. Schriftsteller,
Karl-Rolf Lückel
Löns-Mitteilungen I/1998
Zuletzt geändert am: 20.10.2000 |